Rosarotes “Smart fortwo Gewinnspiel” mit fragwürdigem Vermarktungsnutzen

Screenshot des Smart fortwo GewinnspielsManchmal kommt es vor, dass ich mich über die Online-Vermarktung von Automobil-herstellern sehr wundere. Gestern war einer dieser Tage.

Smart Deutschland verlost auf einer Microsite aktuell einen Smart Fortwo:
Finden Sie den Pink Panther und gewinnen Sie mit etwas Glück einen smart fortwo” heisst es da. Ok. Mach ich.

Die URL http://pinkpanther.smart.isc4u.net wirft erste Fragen auf: Warum sollte Smart so eine merkwürdige Domain benutzen?

Ein kurzer Check ergibt dass die Domain isc4u.net auf die Proximity Technology GmbH zugelassen ist – einer Tochteragentur von BBDO, der ich von meinem Arbeitsplatz aus ins Büro gucken kann und die für Smart arbeitet.

Also doch keine Multi-Registrierung für Angebote von Rheumamatrazen und Heizdecken – sondern offenbar ein echtes Smart Gewinnspiel.

Der Inhalt des Gewinnspiels hat mich dann aber sehr gewundert – denn einen Nutzen für Smart konnte ich beim besten Willen nicht erkennen. Üblicherweise haben Gewinnspiele zwei Kernziele:

Das Interesse des potenziellen Käufers steigern indem das Produkt spielerisch erklärt wird und die Produktvorteile nochmals in den Vordergrund gestellt werden.

Qualitativ hochwertige, nachverfolgbare Kontakte generieren. Aus den Angaben des Users wird meist die Wahrscheinlichkeit berechnet, ob es sich bei dem User um einen potenziellen Käufer handelt, er sich das Produkt überhaupt leisten kann und sich der Aufwand und die Kosten einer direkten Ansprache dementsprechend lohnen. Zur Qualifizierung eines Kontakts braucht man also möglichst viele und meist intime Daten.

Das Smart fortwo Gewinnspiel tut keines von beidem: In der Storyline assistiert man, ausgestattet mit einem Smart als Dienstwagen, der Pariser Polizei bei der Jagd nach dem rosaroten Panther.

Während der leider sehr, sehr, sehr, sehr langen und für mich extrem nervtötenden “Reise” durch Paris bekommt man das Fahrzeug merkwürdiger Weise aber nicht ein einziges Mal zu sehen. Man sitzt nämlich (wahrscheinlich) drin und sieht dabei nur die Windschutzscheibe. Nicht einmal das Dashboard oder ein Lenkrad sind zu sehen.

Die einzige Herausforderung des Users scheint zu sein, die scheinbar per Zufall aneinandergehängten Videosequenzen pariser Straßenzügen zu ignorieren und mithilfe von drei Pfeiltasten den Weg vorzugeben. Denn der Wagen bleibt an fast jeder der leider zahlreichen Kreuzungen stehen und man muss per Pfeil-Button vorgeben, wie es weitergehen soll.

Bis ich endlich alle sechs Punkte abgeklappert hatte, waren 10 Minuten meines Lebens verstrichen. Und ich wusste über den Smart fortwo nicht mehr, als vorher.

Am Ende der Reise erschien letztendlich die Registrierung zum Gewinnspiel. Und siehe da – Smart will anscheinend tatsächlich Kontaktdaten sammeln und qualifizieren. In einer Checkbox wird der User gefragt, ob er damit einverstanden ist, dass die angegebenen Daten ausgewertet und zur Kontaktaufnahme verwendet werden.

Das kuriose daran ist nur, dass man lediglich seinen Namen und eine eMailadresse eingeben muss. Weder das Alter, Familienstand, Wohnort, noch das Einkommen oder dergleichen werden abgefragt. Ich frage mich wirklich, wie Smart anhand meiner eMailadresse berechnen will, ob sich die Kontaktaufnahme mit mir lohnt. Sehr merkwürdig.

Zusammenfassend vermute ich nicht zu verachtende Produktionskosten, bei keinem für mich ersichtlichem Nutzen für Smart.

Bei dem Aufbau und der Dauer, die ein User sich mit dem Gewinnspiel beschäftigen muss bin ich mir zudem sicher, dass die Abbruchrate genervter User astronomisch hoch ist. Dementsprechend vermute ich, dass es kaum Registrierungen gibt – was die Gewinnchancen natürlich enorm erhöht.

Ich bin jedenfalls registriert…

The smallest advergame ever

Jung von Matt / Alster und Mathieu ‘P01′ HENRI haben wohl das kleinste Advergame der Welt realisiert. Mit einer Größe von 16×16 pixel kann man das Favicon Game im Browser spielen. Über einem Superbanner wird das Spielbare Favicon kommuniziert.

Natürlich hat nicht Jung von Matt die Idee gehabt, sondern Mathieu hatte schon vorher ein Favicon Game realisiert. Somit ist das kleinste Advergame eine Adaption. Man muss nicht immer das Rad neu erfinden, somit ist das eine nette Werbemaßnahme und die Botschaft kommt sehr gut an.

Kleine Ergänzung:
Creatives: Sergio Penzo, Andre Price.
Programmer: Mathiew ‘p01′ Henry

The truth about Smart

Smart — Tags: , , , — Thomas Heinz @ 09:03

Was ist eigentlich der Smart? Ein Auto? Zwei mit Panzerband zusammengeklebte BMW C1 Roller? Kein Auto? Ich weiß es auch nicht, jedenfalls findet man oft nen Parkplatz und Shaquille O’Neal hat jetzt auch einen

Was der Smart wirklich ist, erfährt man hier: laut dem Online-Special truth about smart handelt es sich bei einem Smart tatsächlich um ein Auto (!!!). So richtig. Mit Komfort, Sicherheit, Raumangebot und allem drum und dran. Eine gewagt Theorie.

Das Online-Special, in Auftrag gegeben im Übrigen von Smart UK, liefert typisch englisch den ein oder anderen Beweis für diese Theorie.

In fünf spaßig inszenierten Episoden kann der User mit dem Sprecher an seiner Seite dem Smart auf den Zahn fühlen. In den Navigationspunkten Comfort, Safety, Space, Fuel Economy und Features werden die essenziellen Fragen beantwortet, die ein kleines 4-rädriges Irgendwas tatsächlich zu einem echten Auto machen würden:

Wie groß groß darf ein Smartfahrer sein?

Wie lang dauert es, bis ein Smart Ingenieur alle technischen Features aufzuzählen?

Was tun, wenn eine Abrissbirne den Smart trifft?

Das alles per Video und interaktiv ist es auch noch. Schön.

Mein Fazit: Fein! Die Idee gefällt mir wirklich, die Umsetzung auch und der sympathische Sprecher (der auch mal lautstark nach einem Tee verlangt) hat ein wenig was von John Cleese. Dank des sehr gut umgesetzte Online-Specials würde ich jetzt fast denken, dass der Smart wirklich ein richtiges Auto ist. Fast…

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