Muscle Car. Reloaded.

An dieser Stelle reden wir mal nicht von CO2. Und auch nicht strömungsoptimierten Gummispoilern für noch weniger Spritverbrauch. Vielleicht von Harnstoff als Additiv für weniger Emissionen? Nö! Oder von Rasenmähermotoren mit dem Hubraum einer Hello Kitty-Keksdose, die mittels Zwangsbeatumung von mittlerweile zwei eisernen Lungen verschiedenster Bauart (ich hab ja eigentlich auch nichts gegen Turbo und Kompressor) auf “Kraftwerk” getrimmt werden. Wir reden von echten Automobilen. Den “Survivors” einer längst vergessen geglaubten Ära.

Der neue Dodge Challenger ist eine Hommage an die allmachtsphantasiebehafteten goldenen Zeiten des Automobils. Keine wirkliche Revolution (denn Nostalgie war ja bereits beim aktuellen Ford Mustang Vater und Mutter des künstlerischen Gedankens der Designabteilung), sondern eher eine erfrischende Form von Konsequenz:
Der HEMI: Man nehme einen “Motor vom Land”, welcher bereits die Betriebs-Erfahrung von über 40 Jahren vorweisen kann. (Meiner Meinung ein echt guter Griff in die Aservatenkammer) und verleihe ihm mit einer Einspritzung einen Hauch von Moderne. Schütteln tut er sich trotzdem wie ein texanischer Bauer, dem man gerade die Subventionen und den Bankkredit gekündigt hat. Und ähnlich unberechenbar ist auch sein Temperament, seine Trinkfestigkeit. Gerade deswegen ist er nicht nur der Star, sondern auch immer der letzte auf jedem Scheunenfest. Yeehaaahhh!

Die Karosserie: Das Blechkleid sitzt wie maßgeschneidert auf dem Chassis. Groß und gut. Nichts für den klassischen Tiefgaragenstellplatz oder den Standard-Carport. Design nach Gefühl und nach dem Vorbild des Originals. Jeder Millimeter ein König. Legt man mal ein Bild des Originals aus den Siebzigern daneben, so wird die Detailtreue und Liebe zum Detail sichtbar, mit der hier am neuen Auto gearbeitet wurde.

Antriebsstrang: Standard. zumindest für richtige Autos. Hinterradantrieb, durch eine klassisch amerikanische Automatik und Hinterachsdifferenzialsperre für die Straße simlutanübersetzt, um Verständigungsschwierigkeiten möglichst gering zu halten.

Innenraum: Den Sinn für perfekte Verarbeitung und das Schöne als solches kann man getrost vor dem Betreten der Kommandozentrale abstreifen. Wie die dreckige Latzhose nach der Arbeit auf einer Farm. Aber wen interessiert eigentlich, ob die Spaltmaße des Armaturenbretts links und rechts und oben und unten und vorne und hinten unterschiedlicher nicht sein könnten? Oder das hier Plastik auch wirklich plastisch erfahrbar wird? EGAL! Ist doch alles da, was man braucht: Sportsitze, ein Lenkrad und die Pedallerie. What else? Nothing! Mittel zum Zweck! Mehr nicht. Können wir jetzt endlich mal los?

Rein subjektiv? Sachlich falsch? und trotzdem richtig gut gelungen. Der Artikel? Nein! Das Auto. Aber leider schon vergriffen. Zumindest die Produktion von 2008. Aber im nächsten Jahr gibts ja wieder Frisches. Und ich dreh jetzt noch ne Runde. Howdy!

.. klopf, klopf. Thomas, aufstehen, genug geträumt. Es ist schon spät, du musst zur Arbeit und Texte über Energieeffizienz schreiben.